Sandra, mein Weg zum Schreiben

Schreiben – Liebe und Leidenschaft

Versinken. Die Finger fliegen über die Tastatur, Gedanken folgend. Wort um Wort. Satz um Satz. Text um Text. Wenn du schreibst, verfliegt die Zeit, du bekommst ganz viel nicht mit. Alles um dich herum ist unscharf. Nur dein Text und deine Worte sind wichtig. Kennst du das auch? Schreiben ist Leidenschaft. Schreiben ist Liebe. Schreiben ist Sucht. Und gleichzeitig das Gegenteil. Nährend. Anregend. Mäßigend.

Schreiben verändert. Schreiben befreit.

In dieser Rubrik schreiben Menschen, die gerne schreiben. Sie erzählen, warum sie gerne mit Worten spielen und was das Schreiben mit ihnen macht. Denn Schreiben verändert. Jeden. Du spielst mit dem Gedanken, selbst zu schreiben? Oder dein Texttalent weiter zu verfeinern? Lies die folgenden Beiträge, lass dich inspirieren und geh deinen eigenen Schreiberling-Weg. Dafür ist diese Rubrik gedacht. Menschen Mut zu machen, einfach loszuschreiben. Ob für sich selbst oder im Business.


Berühren und beflügeln

Ich freue mich sehr, dass Sandra Mayer von Frauenpunk hier als Erstes davon erzählt, welch bedeutende Rolle das Schreiben in ihrem Leben eingenommen hat. Bereits in jungen Jahren und bis heute. Lass dich von ihrer Geschichte berühren. Und vielleicht beflügelt es dich, dein eigenes Schreiben weiterzuentwickeln.

Sandra Mayer: Mein Weg zum Schreiberling

… und warum Schreiben mich so glücklich macht

Gleich zu Beginn möchte, nein muss, ich mich bei Christiane bedanken, dass sie mich dazu eingeladen hat, meine Gedanken zu meinem „Schreiberling-Dasein“ in einem Artikel festzuhalten. Ich darf mich also heute auf meine Schreibleidenschaft konzentrieren. Wie ich dazu gekommen bin, was mich dabei bewegt und bis heute (mehr denn je) fesselt! Ein Beitrag, bei dem ich mit Leib und Seele dabei bin. Warum? Weil ich der festen Überzeugung bin, das Schreiben ein Leben verändern kann.

Dazu muss ich jedoch ein paar Jahre zurückgehen:
Ich war eines dieser Mädchen die sich, sobald sie den ersten Aufsatz schreiben konnten, ein Tagebuch mit Siegel und Schloss wünschte. Genutzt habe ich dieses Büchlein, um all meine kleinen und großen Träume hineinzupacken.

Je älter ich wurde, umso mehr „Material“ hatte ich zum Schreiben. Geheimnisse, Wünsche und Sehnsüchte schrieb ich akribisch in meine Bücher. Diese Seiten wurden zu geduldigen Zuhörern.

Im Erwachsenenalter schüttete ich all meine Ängste meine Schmerzen, Säcke voll Traurigkeit, Enttäuschungen und Zweifel hinein. Dabei merkte ich sehr schnell, welch positive Auswirkung das Schreiben auf mein Seelenheil hatte.

Ich war die, die nicht redete, aber ständig schrieb

Es gab Phasen in meinem Leben, wo ich am liebsten nur geschrieben hätte, bis mir die Tinte ausging. Dann verstrichen aber wieder Monate, in denen ich mit Mühe gerade mal ein paar Zeilen platzierte. Der eigentliche Schwerpunkt meines Schreibens begann vor ungefähr fünf Jahre. Genau da, als sich mein Leben in einer Umbruchstimmung befand. Ich verlor alles, was mir lieb und wichtig war … es jagte mich eine Krankheit um die andere und ich verlor die Sinnhaftigkeit in meinem Leben. Die meiste Zeit verbrachte ich in Kliniken und war da bekannt unter: Das ist die Frau, die kaum spricht … aber immer schreibt.

Verbal konnte ich mich kaum und sehr schlecht ausdrücken. Meine Gefühle wollten einfach nicht über meine Lippen. Mein Innerstes sich nicht erklären! Es war kein guter Ausgangspunkt, um wieder gesund zu werden.

In der Zeit stapelten sich viele Hefte, aus denen bald schöne Schreibbücher wurden. Ich begann, darauf Wert zu legen, wohin und womit ich meine Gedanken schrieb. Ich zelebrierte mein Schreiben. 😀 Schreiben wurde zur Therapieform für mich. Ich durfte es nutzen, um später meine Worte wiederzufinden. Es gelang mir dadurch, meine Gefühle wieder erklären zu können und meine Wünsche zu äußern.

Was sich gut anfühlt, sollten wir behalten

Diese Intensität am Schreiben wollen, können, dürfen, hab ich mir behalten. Es hat sich dadurch eine Menge ins Positive bewegt. Damals wusste ich noch nicht, dass mir bald ein anderer wunderbarer „Schreiberling“, vor die Füße stolperte. <3 Ein Mensch, der mich und meinen Wunsch, aktiver zu schreiben, unterstützen würde. #dankbarbin Ich werde oft gefragt, warum Tagebuch zu führen so positive Auswirkungen haben kann. Nun, für mich war es als Kind und als Erwachsener ein Überlebensding. Aber auch sonst bedeutet Schreiben für mich

  • das Festhalten von Erinnerungen und Erlebnissen,
  • die Integration von Gefühlen und Einstellungen,
  • eine emotionale Entlastung schwieriger Situationen,
  • ebenso eine beabsichtigte Selbstkritik zu führen,
  • UND ein Buch, das darauf wartet, beschrieben zu werden, ist der geduldigste und verschwiegendste Freund, den ich kenne. 🙂

Schreiben ist für mich eine wunderbare emotionale Entlastung. Wenn ich schöne, aber auch weniger schöne Momente zu Papier bringen darf. Ich er- und durchlebe alles nochmal. Ich darf daraus lernen und betrachte nicht nur die „losen“ Enden!

Meine Inhalte haben sich verändert

Heute schreibe ich keine „Blümchen-Träume“ mehr in meine Bücher. Wäre ja auch etwas eigenartig. Ich gehe realistisch und ehrlich mit mir ins Gefecht. Meine Bücher werden zu Orten der positiven Selbstkritik. Täglich wird mein Innerstes aufgeräumt, denn Schreiben ist heilsam. Das kann übrigens richtig süchtig machen.:-)

Ich kann behaupten, dass das Schreiben von damals bis heute mich zu dem gemacht hat, was ich jetzt bin. Das Schreiben hat mir dabei geholfen, Veränderungen anzunehmen. Ins Tun zu kommen. Mich weiterzuentwickeln und aktuell in meinem Blog Menschen, bevorzugt Frauen, abzuholen. Eine Leserin schrieb mir mal: „Du verteilst an uns immer so kleine Vitamin-Bomben.“ Das Schönste, was man als „Schreiberling“ hören darf. 🙂

Eine Zeitreise in der Gegenwart

Ein wenig altmodisch bin ich ja geblieben. Was mein Mann, als alter Hase im Online-Marketing, oft belächelt. Ich brauche nach wie vor viele Schreibbücher, nicht nur mein MacBook! Ich mag den Geruch der neuen Bücher. Das Füllen der Tinte und das Spitzen meiner Stifte. Ich blättere wahnsinnig gerne in meinen alten „Schriften“ und kann dabei die Zeit vergessen. Über vieles muss ich schmunzeln. Bei manchen Zeilen muss ich immer noch tief Luft holen und so manches überblättere ich einfach. Es ist eine fantastische Zeitreise, auf die man sich begeben kann!

Schreiben hilft beim Denken. Das Schreiben ist für jeden Menschen der Freude an der Sprache und am schriftlichen Ausdruck hat. Alles ist erlaubt, nichts ist falsch. Man wird dabei gezwungen, intensiver nachzudenken. Es hilft uns Gefühle bewusster wahrzunehmen. Und letztendlich ist es ein beglückendes Gefühl, durch das Schreiben die eigene Kreativität und Schaffenskraft zu erleben. <3 Ich könnte endlos viele Gründe aufzählen. 😀

Was mache ich heute?

Heute habe ich die Möglichkeit gefunden, auch öffentlich schreiben zu dürfen. Es war ein Herz-Ding von mir, bei dem mich meine zweite Hälfte sehr gepusht hat. Ich befülle seit drei Jahren meinen Blog FrauenPunk. Speziell für Frauen. Weiterhin schreibe ich für Magazine und bin dabei, auch meinen Mann zu unterstützen, wenn es um Texte für seine Kunden geht.

Die Feinheiten und Wortfindungen und dabei authentisch zu sein, darf ich immer noch lernen. Wobei mir die wundervollste Lektorin, die ich bis jetzt hatte, geholfen hat. Christiane hat einen fantastischen Online-Kurs „Finde Deine Worte“ geboren. Ein Kurs, der auch eine nicht so alte „Häsin“ wie mich, sehr viel weitergebracht hat! Ich lese und sehe anders, somit schreibe ich auch anders. Danke, dass ich dabei sein durfte!

Was sind meine Pläne?

Ich habe bis jetzt zwei kleine E-Books geschrieben und mir einen Herzwunsch erfüllt. Mein erstes kleines Buch. Gefüllt mit Auszügen meiner Gedankengänge von früher und heute. Das nächste Projekt soll ein richtiges Buch werden. Titel und Inhalte stehen schon fest … jetzt geht es nur noch ums GO!

Um endlich ein Ende zu finden:

Ich liebe Schreiben. Für mich privat auf Papier, aber auch online. Schreiben kann etwas Magisches sein und mir hat es ein neues Leben und neue Türen geöffnet. Es ist ein Herzensanliegen, das ich weitergeben muss. Fang an, es zu tun … schreibe drauf los und denke nicht weiter darüber nach. Das ist der Einstieg.

Hinter jeder Tür versteckt sich eine Geschichte. Hast Du ein Ziel für Deine Hauptfigur, wird sich die Tür öffnen und Deine Geschichte kann beginnen.

Bettina Brömme

Ich freue mich, wenn ich Dich mit diesem Beitrag erreicht habe, Dir den richtigen „Schubser“ geben konnte, um loszuschreiben. Deine Veränderung wartet auf Dich. 😀

Eine fantastische Zeit und viele bunte Stifte,
Sandra Mayer