Salzburg im Regen

SEOkomm & OMX: Recap einer Nicht-SEOline

Zum zweiten Mal ein erstes Mal / Schnitzel und Schulterblick

Nachschmecken. Auf der Zunge das leicht pelzige Gefühl des Brezels-Salz meines geliebten Backwerks. In der Nase den herben Duft erfrischenden Kaffees. Wenn ich die Augen schließe, ist es fast, als säße ich in dem Café hoch über Salzburg. Am Tag nach der OMX und SEOkomm. Revue passieren lassen. Gutes und Schönes in den Gedanken hochpoppen lassen. Und Kritisches. War alles super?

„Du bist doch gar nicht SEO. Was willst Du denn hier?“ wurde ich gefragt. Nein, ich bin nicht SEO. Muss man nur SEO sein, um aus den Konferenz-Tagen für sich etwas mitzunehmen? Ich bin Journalistin und Texterin. Ich schreibe Online-Texte dann gut, wenn ich das zu Schreibende fühlen kann. Einfühlen, Zusammenhänge analysieren, Hinterfragen, Verstehen – über den Tellerrand gucken. Erst dann entstehen Texte, die pointiert etwas auf den Punkt bringen und dennoch neugierig machen. Oder Texte, die holistisch informieren, ohne zu langweilen. Die Deinen Leser, Deinen Kunden führen. Dorthin, wo Du ihn haben willst.

Was hat das mit SEO zu tun?

Erst wenn ich verstehe, was online wie funktioniert, kann ich so schreiben, dass die Inhalte den Leser, den Kunden gefangen nehmen. Und die Sätze so formulieren, dass beide Seiten – Ich nenn es mal „Technik“ und Leser – einen Nutzen haben.

Über den Tellerrand blicken. Verstehen. Was hatte ich für ein Riesenglück, dass ich zufälligerweise drei intensive Tage in Salzburg erleben durfte, die mir genau diesen Blick über den Tellerrand ermöglichten.

„Du willst auch zur OMX, SEOkomm und am liebsten auch noch mit ins Seminar?“ hatte Marcus Tandler (onpage.org) auf Facebook gefragt und als Gewinn Tickets für 3 Tage ausgelobt – Seminar, OMX und SEOkomm. Was man dafür tun musste?

„Da ja bald Halloween ist will ich von Dir wissen, was Deine Webseite so gruselig macht, dass diese umbedingt in meinem Seminar auf Herz & Nieren überprüft werden sollte. Um das ganze nicht zu einfach zu machen sollte dies in Reimform erfolgen“  (Facebook-Post)

Gesagt. Getan.

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„Worte ohne Technik“

Geschäftsbereiche rausgeschmissen,
jetzt will der Besucher Neues wissen.

Doch hakt es hier und hakt es da,
ist weit entfernt von sonnenklar.
Es ränkt so nix, gar keine Klicks.
Geduld, Geduld, und Schritt für Schritt,
Himmelhalejuja, was für ein Shit.

Mit Worten kann ich, die lieb ich, die mag ich.
Mit TechNik, oh mann,
ob SEA, SEO oder CRO
ist’s wie ein Bann,
da werd ich nicht froh.

Gruslig ist’s so halb,
fühlt sich fast an wie geskalpt.
Soll doch scheinen und wirken und locken,
wie kann ich’s nur rocken?

Mit onpage.org ich hab ne Richtung,
doch Marcus, sag, wie geht’s, zeig mir die Lichtung.

So ist’s Vernichtung von Zeit und Ressourcen
erschreck mich selbst mit neuen Diskursen.

Jede Seite soll stehen für sich,
und ist so halb fertig, wie ne Helloween-Fratze
wirkt schlimmer als jedwede Facebook-Katzenbild-Tatze.

Der Text wie verhext,
ist wenig relaxed,
erst wenn Worte am Orte mit Technik vereint,
seh ich dann wieder, wie die Sonne so scheint.

Marcus im bayerischen Himmel, oh helfe
Luja, sog i, wenn’sd wirst meine Elfe.

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Geschrieben. Gewonnen. 😀 Danke noch einmal an Marcus und seine zauberhafte Frau und Gewinnfee Rebecca.

Zum zweiten Mal ein erstes Mal für mich in diesem Jahr.

Wieder aufgeregt und doch entspannter. Weil ich einige liebenswerte Menschen bereits kannte.  Nach Hause kommen – so der Slogan, den Oliver Hauser der diesjährigen OMX/SEOkomm als Motto mitgegeben hatte. Nach Hause kommen, obwohl man zum ersten Mal dabei ist. So habe ich es empfunden. Faszinierend. Im Gegensatz zu anderen Branchen sind die Menschen in der Onlinemarketing-SEO-Branche locker und aufgeschlossen.

Gespannt war ich. Wie beim Onlinethinketing von Karl Kratz im März dieses Jahres, fand ich auch hier sehr angenehm, dass man schon vor dem Seminar mit Menschen ins Gespräch kommt. Völlig ungezwungen, kein arrogantes „Von-oben-runter-blicken“, wie ich es aus zahlreichen journalistischen Seminaren kannte. Klasse organisiert. Traumhafte Seminarlocation in Schloss Leopoldskron. Allein der Blick auf die Berge…. Für kurze Gedanken-Lern-Stopp-Auszeiten einfach mal eben aus dem Fenster geblickt. … hach… Oder in der Mittagsapause mal kurz im See schwimmen.. … ok, das war nur ein Wunschtraum 😀

Blick über die Schulter

Also, ab ins HandsOnSEO-Seminar mit Marcus Tandler. Ihm einen Tag lang über die Schulter gucken, wie er Webseiten analysiert. Anhand unserer Seiten. Marcus ist wunderbar sympathisch unabgehoben. Dieser Seminartag war ein Tag, an dem wir erlebten, dass auch Analysen kreative Arbeit ist. Im Einzelnen will ich wie versprochen keine Inhalte wieder geben. Es war spannend, wie er Dinge angeht. Manchmal, wenn man es im Hirn rattern hören konnte – auch länger 🙂 – hätte ich mir etwas mehr Struktur gewünscht. So schafften wir nur einen Teil der mitgebrachten Webseiten. Dafür erhielten wir jedoch das Angebot, uns auch nach dem Seminar mit ihm austauschen zu können. Ich freu mich jetzt schon drauf 😀 Für mich wäre eine Art Checkliste, um das Analyse-Vorgehen nachvollziehen zu können, gut gewesen. Klasse finde ich, dass Marcus sich genau dieses Feedback bei mir holte.

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Schön, wenn man irgendwohin kommt, wo man noch nie war, und dennoch das Gefühl hat, nach Hause zu kommen. Abends mit bekannten liebenswerten Menschen zu quatschen und die neuen Kontakte beim Essen zu intensivieren. Die Menschen in der Branche sind es, die dieses Gefühl des „Nach-Hause-kommens“ ausmachen. Ein sehr schöner, inspirierender Abend.

Salzburg im Regen

Von Wow-Effekten und Online-Marketing-Impulsen

Erst seit März beschäftige ich mit intensiver mit Online-Marketing und vor allem damit, wie man guten Content erschafft. Neu und also doch nicht mehr ganz neu, freute ich mich auf die angekündigten Vorträge auf der OMX am nächsten Tag. Natürlich ist es immer persönliches Empfinden. Ist es eine Sache, des Kenntnisstandes. Eine Konferenz ist für mich jedoch ein Ort, an dem ich mir Impulse hole. Kein Ort für Anleitungen, wie ich etwas genau mache. Aber ich möchte Anregungen erhalten, etwas evtl. mal anders anzugehen. Umzudenken. Oder zu gucken, wohin etwas noch führen kann. Da wurde ich bei meiner Auswahl der OMX-Vorträge enttäuscht. Allein die Ausführungen von Prof. Dieter Herbst haben fasziniert und zum Weiterdenken angeregt. Für mich auf meinen Bereich bezogen ein spannender Vortrag, übertragen auch dazu, wie Worte, wie Texte wirken. Neues! Bekanntes anders betrachtet. Anregung zum Perspektiv-Wechsel. Klasse! Und sehr lebendig vorgetragen. Bei allen anderen Vorträgen fehlte mir dieser Spirit. Fehlte mir ganz oft der „Schmunzel-Moment“, das „Wow“, das Inhalte in den Hirnen der Zuhörenden einfach besser verankert. Da wurde überwiegend über Bestehendes, über Vorhandenes berichtet. Und wenn mir dann in einer 40 Minuten-Präsentation drei längere Videos gezeigt werden, lenkt das zumindest meine Konzentration weg.

SEO-komm ruhig und lerne

Sketchnote

Highlight

Es macht Spaß, sich die Sketchnotes von Ines Schaffranek anzusehen und Ines beim leidenschaftlichen Zeichnen zu beobachten. Sehr, sehr schön. 🙂 Du findest diese und weitere Sketchnotes zu Vorträgen hier: https://twitter.com/pheminific

Mein zweiter Konferenztag mit der SEOkomm brachte dann genau diesen Spirit. Unglaublich, wie viel Kraft, Spaß, Leidenschaft und Wissen die Menschen dort und darüberhinaus verband und verbindet. Das war bei jedem Gespräch am Rande bemerkbar und in der Halle an sich spürbar.

Ok, ich mag es, wenn man höchst konzentriert einer Sache folgen muss. 😀 Bei der Keynote von Marcus Tandler war mir das von vornherein klar. Ich kannte seine Art des Powerslide-Vortrags. Klasse Spannungsbogen mit eben diesen Bildern zum Schmunzeln, die im Kopf bleiben. Einen Geldautomaten werde ich jetzt nicht mehr ohne Grinsen ansehen können. Verknüpfung erstellt.

Wie schafft man es, unterschiedliche Zielgruppen zu befriedigen?
Ein schwieriges Unterfangen, finde ich. Nein, auch an diesem Tag waren nicht alle Vorträge so, dass man jedem von ihnen bis zum Ende gerne folgte, dass man einen Mehrwert mitnahm. Aber die Quote war deutlich höher. Diesen Anspruch sollten meines Erachtens Speaker jedoch für Ihre Ausführungen erheben. Es wird immer gute und nicht so gute Vorträge geben. Natürlich. Das ist auch gut so. Damit auch Jüngere eine Chance bekommen zur Profilierung und zur Weiterentwicklung. Und Ältere, im Sinne von Bewährte, sich immer wieder neu unter die Lupe nehmen und in Frage stellen. Muss man ein Haifisch sein, um fesselnde Vorträge abzuhalten?

Manches war zu langatmig, anderem fehlte der Spannungsbogen und der Unterhaltungsmoment. Diese Bilder, entweder reale oder mit Worten gezeichnete, die es schaffen, dass etwas im Hirn bleibt. Ist es sinnvoll, in einer Session konkrete Beispiele anhand langer Zahlen- und Buchstabenaneinanderreihungen durchzuspielen? Ich kann es fachlich nicht beurteilen. Aus laienhafter Zuschauersicht jedoch ist es gerade in den hinteren Reihen nur anstrengend. Der mentale Ausstieg aus dem Vortrag ist vorprogrammiert. Wie lässt es sich verbessern? Ich würde mir wünschen, dass sich jeder Speaker eben über diesen Mehrwert, den sein Publikum haben soll, noch deutlicher im Klaren ist und diesen verfolgt.

Was verbindet, ist der Austausch, ist das Networking, für das auf dieser Konferenz wunderbar viel Raum eingeräumt wird. Die SEOkomm ist Treffpunkt. Ist „Nach-Hause-Kommen.“ Das wurde auch mir als Neuling ganz schnell fühlbar klar. 🙂 Schön!

Feines und Leckeres

Nachschmecken. Die Schnitzel hab ich fast vergessen. 😀 Nein, die kann man nicht vergessen. Die waren sehr, sehr lecker. Wie das gesamte Catering. Man merkt der Konferenz an, dass sie zum siebten Mal veranstaltet wurde. Wunderbar organisiert von Oliver und Uschi Hauser. Keine langen Schlangen beim Check-In oder beim Mittagessen oder an den Kaffee-Tischen. Akustische Erinnerungen, wenn der nächste Vortrag begann. Einzig und allein der Umstand, dass trotz geringerer Frauen-Dichte, nur zwei Toiletten für uns vorhanden waren, führte zu der für uns weibliche Wesen bekannten Situation der Warterei, wenn man eigentlich nicht warten kann. 😀
Die Kritik geht damit aber eher an den Architekten des Gebäudes als an die Veranstalter.

Und die Partys? Ja, die Partys 🙂 Hingehen. Diese Möglichkeit, mit so vielen Menschen in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen…. über Online-Marketing, Über SEO, über die Kinder(-erziehung), über das Leben, über leckeres Essen, über …. über… über… Hingehen und selbst erleben.

Nachschmecken

…. einen letzten salzigen Bissen der salzburgerischen Bretzel im Mund spüren. Die Ruhe der Berge und der Weite im Kopf. Mit Elan eigene Projekte angehen. Und sich auf nächstes Jahr freuen. Nein, es werden auch dann sicher nicht alle Vorträge dann perfekt sein. Aber das ist gut so. So bleibt Raum für Entwicklung. 🙂

Zumindest die SEOkomm steht für mich in meinem Plan. Ich freu mich jetzt schon aufs Wiederkommen 2017.